Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Mosambik

Mosambik heute

Bereits ein Jahr nach der Unabhängigkeit brach 1976 ein Bürgerkrieg in Mosambik aus. Dieser 16 Jahre währende Konflikt hat das Land verwüstet und eine Millionen Menschenleben gekostet. Knapp ein Drittel der damals 15 Millionen Einwohner flohen ins Ausland. Als 1992 die Bürgerkriegsfraktionen einen Friedensvertrag unterschrieben, war der Staat ausgeblutet und das Land eines der ärmsten der Welt.

Seitdem hat Mosambik – bis 2015 mit sichtbarem Erfolg – hart an seinem Wiederaufbau gearbeitet. Mit kontinuierlichen Wachstumsraten zwischen 7% und 8% hatte Mosambik eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften Afrikas. Seit Ende 2015 befindet sich das Land jedoch erneut in einer Krise. Zum einen ist im Zentrum des Landes der militärische Konflikt zwischen dem bewaffneten Arm der RENAMO und den Regierungstruppen wieder ausgebrochen; zum anderen befindet sich die Wirtschaft durch den Rohstoffpreisverfall, der herrschenden Dürre und durch die sogenannten Skandalkredite in Höhe von über 2 Mrd. USD in einer Krise. Insbesondere die Skandalkredite, für die, ohne Genehmigung durch das Parlament,  Staatsgarantien gewährt wurden, haben zu einem tiefgehenden Vertrauensverlust geführt, so stellte der IWF sein Programm für Mosambik ein, während die Geber die allgemeine Budgethilfe einfroren. Alles in allem führte dies zu einem starken Wertverfall des Metical, sowie einer hohen Inflation. Für 2016 betrag die Inflationsrate 25,3 %. Die Verschuldung wird als nicht mehr tragfähig eingestuft, das Wirtschaftswachstum ist eingebrochen und wird für 2016 auf ca. 3,4% geschätzt. Die Realisierung mehrerer Großprojekte, insbesondere im Rohstoffsektor, hat sich verzögert.

Die durch die unterbrochenen Friedensgespräche zwischen FRELIMO und RENAMO gekennzeichnete politische Unsicherheit im Land, Korruption und Bürokratie machen Mosambik zu einem unsicheren Partner für ausländische Investoren.

Jedoch profitierte bereits vor der Krise ein Großteil der Bevölkerung nicht vom Wirtschaftswachstum. Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der nationalen Armutsgrenze, 38% der Bevölkerung gelten als unterernährt. Die  Lebenserwartung von 53/55 Jahren (Männer/Frauen) ist eine der niedrigsten der Welt. Mosambik gehört zu den 10 ärmsten Ländern der Welt und siecht auf Platz 180 von 188 des Human Development Indexes (2015) hin.

Naturkatastrophen haben das Land in seiner Entwicklung immer wieder zurückgeworfen. Während in Teilen des Landes Überflutungen jedes Jahr große Schäden an der Infrastruktur anrichten, sind andere Landesteile von Dürren betroffen. Der Regen wird immer unregelmäßiger und schwerer vorhersehbar. Dies ist eine Katastrophe für ein Land ist, welches hauptsächlich auf Regenfeldbau angewiesen ist.

Die geringe Produktivität der einheimischen Landwirtschaft, schlechte Ernten nach Naturkatastrophen und steigende Lebensmittelpreise führen immer wieder zu Angebotsknappheit.

 

Entwicklungspotential

Der Warenverkehr von und nach Malawi, Sambia und Simbabwe wird traditionell über Mosambik und seine Häfen abgewickelt; dieses Potential wurde von zahlreichen ausländischen Firmen erkannt, die in die Entwicklung von mosambikanischen Häfen, Eisenbahnlinien und Straßen investieren. Verbesserte Transportwege werden Mosambik unterstützen auch die eigenen landwirtschaftlichen Produkte wie Cashewnüsse, Mais und Baumwolle besser zu exportieren.

Obwohl Mosambik gute Bedingungen für Ackerbau bietet, werden bislang nur ca. 15% des fruchtbaren Ackerlandes genutzt. Der Staat möchte daher den Ackerbau weiter ausbauen und die Produktivität der Landwirtschaft verbessern.

Mosambik exportiert bereits jetzt Strom vom Cahora Bassa Wasserkraftwerk nach Südafrika, Malawi, Simbabwe und Swasiland. Das staatliche Energieunternehmen, Electricidade de Moçambique (EDM) plant den Bau eines weiteren Kraftwerks am Sambesifluss.

Der wichtigste Wirtschaftsbereich ist der Dienstleistungssektor, ausbaufähig ist hier vor allem der Bereich Tourismus. Der südafrikanische Krügernationalpark, der mosambikanische Limpopopark und der simbabwische Gonarezhounationalpark wurden zu einem grenzübergreifenden „Great Limpopo Transfrontier Park“ zusammengefasst der eine Fläche von 100.000km² umfasst.

Rohstoffe wie Erdgas, Kohle und seltene Erden bieten große Chancen für wirtschaftliches Wachstum. Die Rohstoffreserven des Landes sind so groß, dass Mosambik mittelfristig unabhängig von ausländischen Finanzierungen werden und Armutsbekämpfungsprogramme selber finanzieren könnte. Mosambik ist seit 2010 Mitglied der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) die sich für Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor einsetzt.

Entwicklungs-zusammenarbeit

Logo der deutsch-mosambikanischen Entwicklungszusammenarbeit

Kleinstprojektefonds

AMAR

Die deutsche Botschaft Maputo verfügt über einen Fonds, mit dem Maßnahmen zur Armutsbekämpfung durch mosambikanische Nichtregierungsorganisationen, Vereine oder Gemeinden gefördert werden können.